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Bedürfnisse kennen und achten lernen

 

Mit Bedürfnissen sind alle Arten von Ungleichgewichtszuständen gemeint, die zu menschlichem Verhalten, wie Essen, Bewegung, Ausdruck, führen. Das jeweils dringendste Bedürfnis verschafft sich sein Recht, tritt in den Vordergrund. Der Magen knurrt – der Mensch hat das Bedürfnis zu essen bis er es befriedigt, zum Kühlschrank geht und isst. Bedürfnisse umfassen also das Verlangen, den Anspruch, den Wunsch nach alldem was für ein Leben notwendig ist. Das Befriedigen von Grundbedürfnissen ist lebensnotwendig. Das Vergessen und Nichtbeachten von menschlichen Bedürfnissen bewirkt Störungen.

 

Bedürfnisarten

 

Man unterscheidet Bedürfnisse in verschiedene Arten:

Leben, Dasein, Existenz

 Sicherheit

Zuwendung

Anerkennung

Selbstverwirklichung

 

 

Bedürfnisbefriedigung

 

So wie es verschiedene Bedürfnisse gibt, so gibt es auch unterschiedliche Arten der Befriedigung.

 

 

 

Physiologische Bedürfnisse gehören zu den Grundbedürfnissen und werden über die Nahrung, die Atmung oder die Stimulanz befriedigt.

 

 

 

Sicherheitsbedürfnisse lassen sich folgende Arten befriedigen:

 

·         Durch Wissen über Gefährdungen und deren Vermeidung.

 

·         Durch Haben als Absicherung von Bedürfnissen.

 

·         Durch Zugehörigkeit: Das Gefühl einer Familie, einem Unternehmen anzugehören, die dort herrschenden Regeln zu kennen und zu können vermittelt Sicherheit.

 

·         Durch Ordnung und Zeiteinteilung. Die Zeitstrukturierung ist eine Möglichkeit, Sicherheit in einem prozesshaften Ablauf zu geben.

 

·         Durch bewusste Zeit für sich selbst, in der man existenzielle Fragen und Prioritäten klärt.

 

·         Aufgaben, Arbeit: Arbeit, die gelingt und deren Ergebnis sichtbar und erlebbar wird, gibt tiefe Befriedigung. Die Bereitschaft, Aufgaben anzunehmen und optimal einem Ergebnis zuzuführen, gibt jedem Menschen im Alltagsleben Sicherheit.

 

·         Ziele und ein Plan zur Erreichung der Ziele

 

 

 

Abweichungen von Gewohntem stören unser Sicherheitsdenken. Unser Sicherheitsbedürfnis bekämpft jede Veränderung, auch wenn sie positiv sein sollte. Denn man müsste die gewohnte Handlung zurückstellen und sich auf etwas Neues einlassen.

 

 

 

Das Bedürfnis nach Zuwendung zeigt, dass ein hohes gefühlsmäßiges Wissen haben, was gut tut und Wohlbefinden auslösen kann. Keinerlei materielle Gegenstände können Zuwendung oder Hingabe ersetzen.  Das Bedürfnis nach Zuwendung kann auf folgende Arten befriedigt werden:

 

·         Körperempfinden: Der Körper lügt nicht. Körperempfindungen geben uns untrügliche Impulse, wann, wo, wie und wem wir uns zuwenden wollen.

 

·         Kommunikation: Der Mensch braucht Zuwendung von anderen, um psychisch gesund zu bleiben. Das Maß ist individuell verschieden. Substitute für Zuwendung sind: Clubs, Vereine, Freundes- Kollegenkreise etc..

 

·         Unterstützung geben, bekommen: Sich selbst und anderen Unterstützung zu geben und diese anzunehmen ist eine reife Form der Zuwendung.

 

·         Erlaubnis: Sich jemandem zuzuwenden, heißt auch, das Risiko der Ablehnung und der Verletzung auf sich zu nehmen.

 

·         Nähe – Distanz: Angst, Ärger, Wut und Schmerz sind Gefühle, die uns Aufschluss geben, dass in der bestehenden Beziehung, d.h. im Nähe-Distanzverhältnis, Ungereimtheiten sind. Jemandem nahe sein wollen heißt auch das Risiko der Ablehnung des Wehtuns und der Verletzung auf sich zu nehmen. Gleichermaßen kann man auch Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit erfahren.

 

 

 

Das Bedürfnis nach Anerkennung

 

Dem Bedürfnis nach Anerkennung gehen zunächst einmal die vorherigen 3 Stufen voraus. Für die Befriedigung des Anerkennungsbedürfnisses treten oft die anderen Ebenen in den Hintergrund. Man sieht einzig und allein nur nach Ziel der Anerkennung und verliert sich dabei in negative Verhaltensweisen, wie Magersucht/Bulimie, Überschuldung, Verzicht auf Zugehörigkeit,etc.. Das Bedürfnis nach Anerkennung kann auf folgende Arten befriedigt werden:

 

·         Durch Selbst- und Fremdakzeptanz: Um Anerkennung annehmen und geben zu können, bedarf es der Selbstakzeptanz und eines entwickelten Selbstwertgefühls.

 

·         Durch Einfluss, Status und Macht: Sowohl Führer und Untergebene, Meister wie Sklaven, Lehrer wie Schüler halten dieses System aufrecht.

 

 

 

Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung zeigt sich darin, wie jemand lebt, nicht wie jemand ist oder zu sein glaubt. Wir sind geprägt durch die umweltbedingten Überlebens- oder Charakterstrukturen. Für manche zählt nur der Verstand, andere werden von ihren Gefühlen weggeschwemmt. Selbstverwirklichung ist ein Weg, mit dem Ziel, sein Tun verantwortlich zu gestalten. Gefühle sind weise Begleiter, aber nicht die Beherrschenden auf diesem Pfad. Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung kann auf folgende Arten befriedigt werden:

 

·         Durch Einfach-Leben: Kein Zweckstreben, um geliebt zu werden; kein Anerkennungswunsch, sondern ein Handeln mit dem Gefühl zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle – in Balance mit der Natur und den Mitmenschen - zu leben.

 

·         Sich bewusst entscheiden: Entscheidungen sind bewusste Wahlmöglichkeiten und schenken Freiheit. Wer sich bewusst entscheidet, aktiv Motive und Ziele gegenüber stellt, lebt frei. Ein Hinausschieben von Entscheidungen, um den Konflikten auszuweichen, die unvermeidbar sind, sich der Auseinandersetzung nicht stellen und ein Flüchten in eine Opferhaltung schränkt das Selbstverwirklichungsstreben ein.

 

·         Autonomie: Autonomie ist eine bewusste Entscheidung, sich auf Abhängigkeiten einzulassen. Menschen, die in der Lage sind, bewusst, lebendig und wertschätzend zu handeln sind autonom.

 

ÜBUNG Bedürfnisse kennen

 

Füllen Sie Bedürfnisliste aus um einen Überblick über Ihre wichtigsten Bedürfnisse zu erhalten und daraufhin auf diese besser einzugehen. Damit können Sie in Ihrem Leben glücklicher und zufriedener werden.

 

BEDÜRFNISSE

sehr wichtig

wichtig

mittelwichtig

weniger wichtig

unwichtig

Erholung

 

 

 

 

 

Bewegung

 

 

 

 

 

Freiraum

 

 

 

 

 

in Gesellschaft sein

 

 

 

 

 

Erfolg

 

 

 

 

 

Leistung

 

 

 

 

 

Zuneigung

 

 

 

 

 

Anerkennung

 

 

 

 

 

Sicherheit

 

 

 

 

 

Spaß

 

 

 

 

 

Herausforderung

 

 

 

 

 

Sinn

 

 

 

 

 

Zärtlichkeit

 

 

 

 

 

Verständnis

 

 

 

 

 

Zugehörigkeit

 

 

 

 

 

Selbstachtung

 

 

 

 

 

Individualität

 

 

 

 

 

Gerechtigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reflexion: Bedürfnisse achten

 

Nutzen Sie die folgenden Fragen, um sich über das Achten Ihrer Bedürfnisse im Alltag bewusst zu werden:

 

 

 

·         Welche Rollen (Mutter, Hausfrau, Geliebte, Karrierefrau…) erfülle ich in meinem Leben und welche davon sind “echt”?

 

·         Was bestimmt mein Handeln, mein Denken, meine Gefühle?

 

·         Welche meiner Bedürfnisse erscheinen mir als dringend?

 

·         Was brauche ich unbedingt, halte ich für absolut notwendig?

 

·         Welche meiner Bedürfnisse gebe ich als Erstes auf bzw. stelle sie hinten an und aus welchen Gründen?

 

·         Wie gingen meine Eltern mit meinen  bzw. ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen um?

 

Was habe ich daraus gelernt oder übernommen?

 

·         Was betrachte ich als „egoistisches Verhalten“?

 

·         Wann fühle ich mich egoistisch?

 

 

 

Bringen Sie die Antworten auf die gestellten Fragen zu Ihrem nächsten Coachingtermin mit, um durch Ihren Coach in den für Sie optimalen Veränderungsprozess begleitet zu werden.

 

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