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Der Weg zurück auf den Regiestuhl

Wie ich meine Souveränität eroberte – Eine Autobiografie in Taten

Wir alle kennen diesen ungeschriebenen Vertrag: Das "nette Mädchen", der "hilfsbereite Kollege", die "aufopferungsvolle Freundin". Ich hatte keine klaren Grenzen. Das Resultat war klar: Energie-Leck, chronische Erschöpfung, und eine Seele, die vor lauter "Nützlichsein-Wollen" kaum noch wusste, was ihr eigenes Bedürfnis war.

Dieses "nützlich sein wollen" und "mich überheben" war tief in meiner DNA, ein Echo alter Verträge. Die Mutter-Linie lehrte mich, die eigenen Bedürfnisse unterzuordnen für das vermeintliche Wohl der anderen. Die Vater-Linie prägte Leistung für Bindung. Und im Untergrund schlummerte das Ahnen-Trauma der "Heimatlosigkeit", das mich immer wieder nach äußerer Sicherheit suchen ließ – auch wenn diese Sicherheit bedeutete, mich selbst aufzugeben.

Mein Körper? Der war die Landkarte dieser inneren Kriege. Meine Haut, eine "Wüste Sahara" seit Jahrzehnten, schuppte sich wie eine Schlange, die sich häuten wollte, aber darunter keine neue, gesunde Haut fand. Mein Nierensammelrohr schrie "Heimatlosigkeit!" und hielt Wasser zurück, mein Bauch spannte, die Libido machte Urlaub. Ich war das "hässliche Entlein", das zur "Geliebten" wurde, aber nie zur Königin.

Akt I: Der Ruf der Wildnis und die ersten, radikalen Taten

Doch jede "nette Gudrun" hat irgendwann genug. Der Ruf nach meiner wahren Natur, die sich in einem Schütze-AC nach Freiheit und Expansion sehnt, wurde unüberhörbar. Ich holte mir Verstärkung – nicht in Form von Psychopharmaka, sondern als Fliegenpilz-Mikrodosierung. Dieser pilzige Verbündete wirkte als biochemischer Türöffner, als sanfter Hebel, der meine Wächtersysteme herunterregelte und mir den Mut gab, hinzusehen.

Und dann begann die "Große Bereinigung". Kein Zögern, kein Diskutieren. Sondern klare, unmissverständliche Taten:

  1. Adieu, Energievampire! (Tat der Abgrenzung): Eine alte Beziehung wurde energetisch gekappt. Ein ehemaliger Mentor bekam die Kündigung für seine körperfeindliche Philosophie. Eine bedürftige Kollegin lernte, dass Therapie Geld kostet. Ein Wegbegleiter aus schwierigen Zeiten musste seine Opferrolle ablegen. Und ein Freund, der meinen Raum besetzte, musste diesen wieder frei geben. Meine Energie kehrte zu mir zurück, wie ein Bumerang.
  2. Die Königin kündigt! (Tat der Identitäts-Neuschreibung): Nach 23 Jahren schloss ich mein Unternehmen. Es war meine Identifikation, meine äußere Heimat. Das war ein monumentaler Akt der Autonomie. Es war der letzte Anker, den ich kappen musste, um wirklich frei zu sein. Das war kein Abschied, das war ein Neubeginn.
  3. Die Wahrheit im Lied (Tat der emotionalen Befreiung): Der tiefste und vielleicht schmerzhafteste Akt war das Lied für den Vater meiner Kinder. Es war der ultimative Ausdruck einer emotionalen Autonomie, die über Jahrzehnte verstrickt war. Ich konfrontierte ihn mit meiner Wut, wir erkannten unsere beiderseitige Opfer/Täter-Dynamik. Das Lied war eine Brücke aus Schmerz, die sich in Klarheit verwandelte: "Trennung wurde die ehrlichste Form von Liebe." Ich sandte es ihm, ich spielte es meinen Kindern vor. Die feuchten Augen meines Kindes zeigten mir, dass ich nicht nur meine eigene, sondern auch eine systemische Wunde heilen durfte.

Akt II: Das neue Sein – Die Geburt der Souveränen Königin

Diese Taten waren die Türöffner. Sie waren nicht nur "Prozesse", sie waren Manifestationen meiner neuen Souveränität. Und sie haben den Raum geschaffen für ein neues Sein:

  • Der "Master Prompt" meiner Gudrun-KI: Ich sitze nicht mehr in der "Gratis-Kita", ich schreibe den Code für mein Leben. Mein "Forschungsraum für Souveränität" wird zu meiner neuen, inneren Heimat, deren Regeln ich selbst definiere. Das Business-Modell ist klar: Abo für Souveränität. Qualität, nicht Quantität. Meine Energie wird geschützt.
  • Der Talg: Ein Friedensvertrag mit meinem Körper: Ich habe die "Wüste Sahara" mit Kokosöl bepudert, bis ich die Wahrheit erkannte: Mein Körper schreit nach Nahrung und Kontakt, nicht nach Versiegelung. Nun nähre ich ihn mit Weiderindertalg – einem Akt der Versöhnung mit dem durstigen 9-14-jährigen Mädchen in mir, das damals Kontrolle über den Körper suchte, wo Zärtlichkeit fehlte. Jedes Eincremen ist ein bewusstes Mantra: "Ich bin sicher. Ich werde genährt. Ich bin da."
  • Die Nierensammelrohre entriegelt: Die "waschelnasse" Haut, der tiefe, erholsame Schlaf nach der großen Entladung – das alles sind biologische Beweise dafür, dass das tiefste System verstanden hat: Die Heimat ist da. Die Angst ist vorbei. Ich muss nichts mehr festhalten.

Ja, der Weg ist nicht immer duftend wie Rosenwasser (das Auslassen des Talgs riecht manchmal wie die Hölle), und alte Zweifel schleichen sich manchmal noch ein ("War das richtig?"). Aber das ist der Moment, wo die Königin ihre Erlässe verteidigt. "Es war richtig. Punkt."

Mein Weg ist eine Hommage an die Tatkraft. Das bloße Erkennen und Fühlen reicht oft nicht. Es braucht den Mut zum TUN. Zum radikalen, unerschütterlichen Handeln. Denn nur diese Taten befreien die abgekapselte Trauma-Energie und vollenden die alten Geschichten.

Erkennen Erinnern Fühlen Tun Vollenden

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Kommentare: 1
  • #1

    Christine (Montag, 12 Januar 2026 17:34)

    Liebe Gudrun, danke für dein ehrliches Mitteilen!
    Auch ich kenne genau das, hab mich mit 50 noch selbständig gemacht, nachdem auch ich erst durch mein körperliches Leiden erkannte...so geht's nicht weiter! Mit Mut und Tatkraft...Trennung nach 30 Jahren Ehe und noch in die Selbständigkeit.
    Das Wunder...nach dieser Entscheidung ist das Leben wieder geflossen und alles war da! Wohnung, Kunden, Aufträge und neue Freunde. Jetzt achte ich auf meine äußeren Zeichen.
    Von Herzen alles Liebe an dich.