Stresserlebnisse

 

Sehr starke, beunruhigende Informationen werden im Kurzzeitgedächtnis gespeichert. Um diese Fakten verarbeiten zu können, werden sie an das limbische System weiter geleitet. Dort wird jede Information bewertet und mit Emotion aufgeladen. Dazu vergleicht das limbische System die neuen Erlebnisse mit gespeicherten Erinnerungen: Ist alles halb so schlimm oder schlimmer als das schon Erlebte?

 

 

 

Im Limbischen System wird vor allem die Amygdala (mandelartiger Kern) hochgradig erregt. Dabei werden Kaskaden von Stresshormonen freigesetzt, die das Gehirn geradezu überschwemmen und es unempfindlich machen für alle anderen Informationen. Das Horrorerlebnis übernimmt die Macht: alle vernünftigen Erklärungen und Abwägungen haben keine Chance mehr. Das Gehirn ist im Ausnahmezustand. Die Stresshormone blockieren die Rezeptoren der Nervenzellen in den Gehirnarealen der Amygdala und des Hippocampus. Der Hippocampus überträgt Informationen vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis und holt sie danach wieder hervor. Die Amygdala versieht die Infos mit Emotionen und ergänzt das sachliche Bild um bspw. das Gefühl des Schreckens, der Angst etc., das aufgrund früherer Erlebnisse und Assoziationen in unserem Gehirn gespeichert ist.

 

 

 

Wenn Stresshormone den Informationsfluss behindern, wird falsch gespeichert und falsch erinnert: Nur mehr der Schrecken wird in unsere Erinnerung eingebrannt und nicht mehr die sachlichen Bilder, die ihn ausgelöst haben. Das Gefühl des Schreckens hat sich sozusagen verselbstständigt. Und jedes Mal wenn wir ein ähnliches Ereignis sehen, werden die Schreckensvorstellungen oder die unangenehmen Gefühle ausgelöst – selbst, wenn das neue Erlebniss rational gesehen weniger schlimm ist als die Ursprungssituation.  

 

 

 

Das Gehirn kann unter Stress Informationen nicht richtig vernetzen. Es werden nur die emotional aufgeheizten gespeichert und nicht die rationale Erklärung dazu.

 

 

 

Die Folge: Jedes Mal, wenn das Gehirn auf diese Erinnerungen zurückgreifen will, werden automatisch Stresshormone ausgeschüttet und stören den weiteren Verarbeitungsprozess.

 

 

 

 

 

 

 

Körperliche Aktivität hilft beim Vergessen. Bestimmte Botenstoffe, die bei körperlicher Aktivität entstehen, bekämpfen den Stress. Nach einer bestimmten Zeit sportlicher Betätigung setzt der Körper endogene Opiate frei. Diese Glückshormone säubern das Gehirn von Stresshormonen, machen es empfänglich für Neues und ermöglichen eine Reorganisation der Erinnerung.

 

 

 

Das Gehirn bildet Hierarchien: Dinge, die wichtig sind, gelangen in einen Arbeitsspeicher; wenn etwas nicht mehr gebraucht wird oder nicht mehr zu ändern ist, wird es verdrängt. Ein gesundes Hirn verdrängt, bevor die Erinnerung krank macht. Erst später macht es sich daran, die Erlebnisse langsam zu verarbeiten.

 

 

 

Verdrängen verhindert Lernen. Die Menschen handeln oft nicht rational, sondern von Gefühlen gesteuert: 70 % der Raucher erkranken an Krebs. Wir sprechen hier in der Sozialpsychologie von einer Reduktion der kognitiven Dissonanz: Wenn zwei Dinge nicht übereinstimmen, z.B. die Wahrscheinlichkeit eines Tsunami und die friedliche Schönheit eines Strandes, blenden wir einfach eines davon aus.

 

 

 

Seelische Verletzungen zeigen sich immer im Gehirn. Die Menschen entwickeln eine dissoziative Störung, d.h. sie können Vernunft und Gefühl nicht mehr zusammenbringen. Dann kann es sein, dass sie wegrationalisieren und gar keine Emotionen an sich heranlassen – oder umgekehrt nur noch emotional und hysterisch reagieren. Im allerschlimmsten Fall können ernsthafte Syndrome auftreten – z.B. multiple Persönlichkeiten.

 

 

 

Das Verdrängen wird gesteuert vom Septum, einer Gehirnregion, die der Gegenspieler der Amygdala ist. Letztere versieht Informationen mit Emotionen, übertreibt, dramatisiert, verstärkt. Das Septum dagegen dämpft die Gefühle. Es gibt Patienten mit einem Septum-Schaden, die regen sich über alles auf. Im gesunden Gehirn herrscht jedoch eine Balance zwischen Anregung und Dämpfung. Das gilt sowohl für das Abspeichern als auch für das Abrufen von Infos. Wenn die Dämpfung funktioniert, kann das Gehirn auch mit den schlimmsten Erinnerungen fertig werden.

 

 

 

Was bewirken Erfolgsverhinderer auf körperlicher Ebene?

 

Das Gehirn steuert über die aus der Wirbelsäule austretenden Spinalnerven die Funktion der Organe und Organsysteme. Diese Steuerung erfolgt durch elektrische Ströme vom Gehirn zum Organ und als deren Rückmeldung vom Organ zum Gehirn. Jedem Bereich unseres Gehirns sind, entsprechend des Austrittsortes der Nerven aus der Wirbelsäule, ganz bestimmte Organe zugeordnet. Leide ich also unter Angst vor Versagen, so kann diese psychische Dauerbelastung zur anhaltenden Verengung der betroffenen Gehirngefäße und in Folge zur krankmachenden Unterversorgung der diesem gestressten Gehirnbereich räumlich zugeordneten Nieren führen! Das zugeordnete Organ wird erst energetisch, dann stofflich geschwächt und neigt damit zur Erkrankung. Erfolgsverhinderer sind Wunden in der Seele, die über das autonome Nervensystem mit dem Körper verbunden sind. Körperlich Erkrankungen sind oft Symptome eines Problems der Seele.

 

 

 

Nicht umsonst spricht auch die Schulmedizin von den „holy seven“, von chronischen Krankheiten, deren Ursache im selbstabwertenden Denk- und Verhaltensgewohnheiten begründet bzw. mitbegründet sind. Dazu zählen: Rheuma, Krebs, Magengeschwüre, Neurodermitis, hoher Blutdruck etc. Auch psychosomatische Krankheiten, wie Rückenschmerzen, Allergien, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen haben ihre ganze oder teilweise Ursache im Unterbewusstsein, wo Erinnerungen gespeichert sind. Wir verhalten uns aufgrund unserer Erfolgsverhinderer so, dass die Auswirkungen körperlich sichtbar werden und damit auch das soziale Umfeld, die Karriere und die Finanzen beeinträchtigen. Unser Denken, unsere Einstellung, unser Fühlen spiegelt sich in unseren Bewegungen und in unserem Körper wider. Der Körper lügt nicht!

 

 

 

Wie kann man Erfolgsverhinderer in Erfolgsfaktoren transformieren?

 

Transformation wird erzielt, wenn die Person sich an das Ursprungsereignis und den Konfliktinhalt erinnert und der Erfolgsverhinderer neurophysiologisch vom Nervensystem entkoppelt wird.

 

 

 

Was ist dazu notwendig?

 

Der Konflikt ist im Unterbewusstsein. Die Arbeit mit dem Unterbewusstsein ist für die Transformation essentiell, jedoch nicht ganz einfach. Kinesiologie und Mentalfeldtechnik sind Instrumente zur Kommunikation mit dem Unterbewussten. Mit Hilfe des kinesiologisschen Messverfahrens wird abhängig von der Änderung der elektrischen Impulse im Nervensystem, die wiederum für die Veränderung der Muskelstärke verantwortlich sind, die Kongruenz von Aussagen und Stoffen mit dem Unterbewusstsein gemessen. Dies hat den spürbaren Vorteil, dass die KlientInnen direkt am Geschehen beteiligt sind und das Ergebnis selbst fühlen und überprüfen können. Der Hauptvorzug dieser Vorgehensweise liegt darin, dass diese Methode es dem Körper erlaubt, unmittelbar mitzuteilen, was zur Transformation eines Erfolgsverhinderers in einen Erfolgsfaktor getan werden muss. Die Verantwortung zur Umwandlung von Erfolgsverhinderern in Erfolgsfaktoren liegt im Unterbewusstsein der KlientInnen.

 

 

 

Quelle: Markowitsch, H. J. (2005) Sagen Sie mal, warum ist es lebenswichtig diese Bilder zu vergessen? Abgerufen am 22.01.2013 von http://www.pm-magazin.de/a/sagen-sie-mal-warum-ist-es-lebenswichtig-diese-bilder-zu-vergessen

 

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